Radek Fridrich, Schriftsteller aus Tschechien, im Wilke-Atelier

Im November 2017 ist Radek Fridrich, Schriftsteller aus Tschechien, Gast im Wilke-Atelier. Ein Stipendium des Literaturhauses Prag und eine Kooperation der Vereine Porta Bohemica und Wilke-Atelier mit dem Deutschen Auswandererhaus Bremerhaven hat den Aufenthalt in der Seestadt möglich gemacht. In dieser Zeit möchte Radek Fridrich zwei aktuelle Manuskripte fertigstellen.

Unter der Überschrift "Grenzgebiete" hält der Lyriker am Donnerstag, 23. Nov. 2017, eine Lesung im Deutschen Auswandererhaus Bremerhaven. Fridrich trägt dabei aus seinem vielfältigen Gesamtwerk vor. In ihm verschwimmen die Grenzen zwischen Geschichte, Fiktion, Vergangenheit und Gegenwart, Realität und Fantasie.

Wichtig für all seine Arbeiten ist die Landschaft, in der er aufwuchs: das tschechische Grenzgebiet zu Sachsen.Lebensläufe dort vertriebener Sudendeutscher verarbeitet der Lyriker literarisch in seinem eindrücklichen Werk "Totenrede". Im doppelten Sinne im Grenzgebiet angesiedelt sind Fridrichs fiktive Frauengeschichten aus dem Buch "Selige". Hier werden Alltagsschilderungen mit Erzählungen aus der tschechischen Sagenwelt vermischt. Neben kurzweiliger Kurzprosa mit Alltags- und Reisebeobachtungen wird der Lyriker auch Lautgedichte aus dem noch unveröffentlichten Buch "Vogelrede" vortragen.

Der Eintritt ist frei, Anmeldung erwünscht unter 0471 / 90 22 0-0

Annette Voigt, Gastkünstlerin September-Oktober 2017

Annette Voigt, 'Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten' (Kunstmuseum Erlangen, 2017 anlässlich der Ausstellung 'Open Structure'), Papier, H 2,80 m, B 10 m, T 01,17 m

 

Annette Voigt (1957 in Schwäbisch-Hall geboren) studierte Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg. Die Installations- und Objektkünstlerin lebt seit 2000 in Erlangen. Sie erforscht das Potential der Räume, in denen sie ausstellt, und erweitert ihre Bedeutung durch künstlerisch-ästhetische Inhalte in ortsbezogenen Installationen. Alltägliches zu verändern und ihm neue Sinnzusammenhänge zu verleihen, ist das Credo Annette Voigts in ihrem gesamten Oeuvre. Lässt er sich auf die Werke der Künstlerin ein, muss der Betrachter, von der neuen Funktion bekannter Gegenstände irritiert, seine tradierten Denkmuster durchbrechen. (Barbara Leicht, MA)

Ortsbezogene Arbeiten sind u.a. in folgenden Orten entstanden: Barockpavillon Rastatt, Loewenichsches Palais und Palais Stutterheim in Erlangen, Wasserturm der Kunsthalle Lingen, Eisenturm Mainz, Dementengarten Pommelsbrunn, ehem. Kraftwerk Rheinfelden, ehem. königl. Schafhof Freising, Eisfabrik Hannover.

www.annettevoigt.de

 

Brigitta Heidtmann, Gastkünstlerin Juli - August 2017

Brigitta Heidtmann, Wandinstallation, Detail. Graphit, Acryl. Atelierprojekt Busch 8, Nettetal 2010, VG Bild-Kunst, Bonn, Foto: Ralf Janowski

 

Brigitta Heidtmann, Jg. 1960, Atelier in Krefeld, studierte Design an der FH Niederrhein / Krefeld und arbeitet seit 1991 als freiberufliche Künstlerin.

Sie entwickelt Objekte, Zeichnungen, Wandzeichnungen und Skulpturen, die aus einfachen, "nicht wertigen" Materialien wie Holz, Papier, Gipskarton, Ton etc. bestehen. Sie untersucht hierbei das Wechselspiel von Linie, Fläche und Objekten in ihrer Beziehung zum Raum. Die kleine Form, das Unfertige und Vorläufige findet ihre Aufmerksamkeit, in diesem Sinne auch die Zeichnung im Gegensatz zum Monumentalen und "Fertigen". Im Zusammenspiel der unterschiedlichen Formebenen entstehen Räume, die Ruhe und Weite ausstrahlen. Die verwendeten Motive werden meist aus dem eigenen Formenwissen und -vokabular heraus geschöpft. Sie sind Figur, sind Grund, wandern von der 2. in die 3. Dimension oder lenken den Blick auf Zwischenräume.

In Bremerhaven können durch die lange Zeit ohne Ablenkung von der künstlerischen Arbeit und durch die neuen Einflüsse der Umgebung andere Wege beschritten werden - welche genau, das ist offen.

www.brigitta-heidtmann.de

Atelierabend: Mi. 26. Juli 2017, 19:30 Uhr

Vernissage: Fr. 25. Aug. 2017, 18:30 Uhr

 

 

Gastkünstlerin Mai - Juni 2017: Monika Falke, Braunschweig

Textilinstallation: Farbraum Bremerhaven, Jahr: 2017, Abmessung: 150x150x240

Abstrakte Kunst ist alles andere als inhaltsfrei. Gerade im Verzicht auf das Konkrete, Denk- und Sagbare, erschließt sie aus der Sinneswahrnehmung eigene Erfahrungswelten und öffnet damit im Idealfall den Blick auf Existenzielles. Die lichte Transparenz der Flächen und Streifen in meinen Arbeiten, das Erkennen feinster Farbabstufungen erfordern Geduld, Verweildauer und Konzentration, die wiederum den Betrachter selber in einen Zustand aktiver Stille und Klarheit versetzen kann. In Bremerhaven stehe ich staunend, ja sprachlos vor den unglaublichen ökonomischen Umstrukturierungen, die diese Hafenstadt, die Menschen dieser Stadt, in den Jahrzehnten gemeistert haben. Bei meinen täglichen Streifzügen wird mir das Ausmaß immer deutlicher. Mit meinem Arbeitsaufenthalt im Wilke Atelier inmitten dieses spannungsreichen Umfeldes hoffe ich, meine künstlerische Aussage weiter voranzubringen.

Vernissage: Fr., 23.06.2017, 18:30 Uhr

Öffnungszeiten: 24. - 26.06.17, 14:00 - 17:00 Uhr

www.monika-falke.de

 

 

 

Gastkünstler März - April 2017: Gordon Adler, Fotografie

Seit Anfang März ist der Fotograf Gordon Adler, Jg. 1979, aus Magdeburg/Stendahl Gast im Wilke-Atelier. Der studierte Industriedesigner arbeitet seit 15 Jahren selbstständig als Fotograf und Gestalter. Für große Firmen  setzt er auf perfekte und fehlerlose Produktpräsentation, kontrastreich und vorzugsweise in Schwarzweiß.

In Bremerhaven sucht er das Nichtperfekte, das Lebendige, nicht sofort Erfassbare, die Authentizität. Für seine Arbeiten hier setzt er auf Farbe und Motive grafischer Natur. Dabei verzichtet er auf Effekte wie exteme Brennweiten, um dem Betrachter die Möglichkeit zu geben, die Motive eventuell wiederzufinden oder leichter zu entschlüsseln. Er findet seine Motive im Hafen, auf Werften, in der Stadt und im Umland. Um die Perspektive zu wechseln, erkundet er mit dem Kanu  die Habitate rund um die Geeste und den Hafen.

Atelierabend: Do, 06.04.17., 19:00 Uhr

Vernissage: Fr., 28.04.17., 18:30 Uhr

 

 

 

Januar - Februar 2017

endlos II - Carmelo Cicero zeigt neue Bilder

Carmelo Cicero, der Sizilianer aus Köln, zeigt Bilder, die im Januar und Februar 2017 im Wilke-Atelier entstanden sind. Mit seinen kosmischen Strudeln und Spiralen rückt er das Geschehen im Weltall rund um Schwarze Löcher ganz nah an uns heran. Der Betrachter ist Teil eines Milliarden von Kilometern entfernten Geschehens und sieht Strukturähnlichkeiten mit Wirbelstürmen und anderen Naturphänomenen auf der Erde. Der Künstler geht aus von philosophischen Grundfragen unserer Existenz, lässt sich aber im Malprozess für seine urgewaltigen Bilder von ästhetischen Kriterien und vom Zufall leiten. In dieser Serie knüpft er an frühere Aufenthalte in Bremerhaven an und verfolgt die malerische Ergründung unendlicher Räume, von Endlosschleifen, vom Chaos und der Ordnung im Kosmos weiter. Eine zentrale Rolle spielen jetzt Augen, die als schwarze Achsen von Spiralwirbeln jedes Bild fokussieren. Neu ist auch, dass Menschen hier eine bescheidene Nebenrolle spielen.

Vernissage: 24.02.2017, 18:30 Uhr

Öffnungszeiten: 25. - 26.02.2017, 14:00 - 17:00 Uhr

Oktober - November

Ausstellung der Künstleredition "30 Jahre Wilke - Atelier"

Zur Ausstellung im Arbeitsraum des Wilke - Ateliers kommen kleinformatige Werke, die ehemalige Gastkünstler anlässlich unseres Jubiläums hergestellt haben. Diese Arbeiten können käuflich erworben werden. Aus dem Verkaufserlös geht ein Anteil an den Verein, der diese Beträge zur Fortführung der Vereinsarbeit dringend benötigt.

In der Ausstellung finden Sie Malerei, Grafik, Zeichnung und Fotografie von den Künstlern Simon Brejcha, Christine Gruber, Renate Hoffmann, Elvira Lantenhammer, Edeltraut Rath, Sabine Schellhorn, Annemarie Strümpfler, Regine Tarara, Christina Völker und Hagen Westphal.

Die Ausstellung ist am 29./30.10. und am 05./06.11. von 12.00 - 16.00 Uhr und zusätzlich am 04.11. von 15.00 - 18.00 Uhr im Wilke - Atelier, Am Alten Vorhafen 2, 28568 Bremerhaven geöffnet.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Oktober - November

Jubiläumsausstellung "30 Jahre Wilke - Atelier"

Vom 29.10. - 13.11.2016 zeigt das Wilke - Atelier im Deutschen Schiffahrtsmuseum Werke ehemaliger Gastkünstler/innen mit Bezug zu Bremerhaven aus dem Besitz von Kunstfreunden aus der Stadt und der Region.

Die Öffnungszeiten sind Di - So von 10.00 - 18.00 Uhr in den Räumen des DSM am Hans-Scharoun-Platz 1 in 27568 Bremerhaven

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Mai - Juni

Akkela Dienstbier, bildende Künstlerin, Bremen

Akkela Dienstbier sammelt Naturphänomene, oder Naturdinge, um es einfacher zu sagen, Hagebutten, Silberdisteln, Sonnenblumen, Clematis, Mohn(..). Sie hat so einen reichen Fundus an Naturmaterialien. Mit denen spielt sie, meditiert sie, philosophiert sie. Man kann sich das lebhaft vorstellen, wie sie diese wundervollen kleinen Kunstwerke zusammenfügt, mal diese Ordnung auswählt, dann eine andere, bis sie das richtige gefunden hat, um dem Naturgegenstand - ich möchte fast sagen - Ehre zu erweisen. Wenn man solche Dinge in der Hand hat(...)kann man sich vorstellen, wie man plötzlich genau hinsieht, sich überraschen lässt von der Vielfalt der Formen, von dem Maß und der Ordnung, die in dem kleinen unscheinbaren Gegenstand liegt. Und dann die Entscheidung: wie präsentiere ich das? Akkela Dienstbier hat sich entschieden, diese Naturelemente ganz streng auf einem Bildträger zu präsentieren. Eigentlich nicht zu präsentieren, sondern sich der Dinge zu vergewissern. Was Dienstbier macht, ist nicht die Natur in ein Ordnungsschema zu pressen, es ist, wie auch die leichten dünnen Fäden andeuten, eher ein scheuer Versuch, diese ungeheuer große und fast unvorstellbare Vielfalt wahrnehmbar zu machen.(Tilmann Rothermel)


Daneben gibt es die Serien mit alten Fotos vor allem von Kindern, die von der Künstlerin Akkela Dienstbier in Collagetechnik bearbeitet werden. Die abgebildeten Kinder wie auch die Naturmaterialien werden in den Prozess des Werdens und Vergehens gestellt: wo und wer sind diese Kinder heute? Sie arbeitet die Menschen auf den Bildern heraus und interpretiert die Fotografie durch ihre Gestaltung neu.

 
Und nun das Wilke Atelier Bremerhaven: Die Umgebung und der Blick vom Wilke Haus am alten Vorhafen stellt die Künstlerin, vor eine neue Herausforderung. Sie entschließt sich zu dem Thema Hochseefischerei, die im Bremerhaven der 50er und 60er Jahre ihren Höhepunkt hatte.  Inzwischen ist dieser bedeutende Wirtschaftszweig Bremerhavens fast in Vergessenheit geraten. Dienstbiers Inspiration, an diesem Thema zu arbeiten, erhielt sie durch Gespräche mit  Familienangehörigen ihres Mannes, die als Fischer zur See gefahren und ihr von ihrer harten und gefährlichen Arbeit auf den Fischfangschiffen berichtet hatten. Ihr Interesse gilt diesen Männern, die ihre Freiheit eher auf See gesehen haben als in der Enge der 50er an Land, dafür aber oft einen hohen Preis zahlen mussten. Auch bei diesem Thema bearbeitet sie Fotografien: Hochseefischer bei der Arbeit, freundlicherweise vom Historischen Museum Bremerhaven zur Verfügung gestellt, erhalten durch ihre Hand eine neue Präsenz und Tiefenschärfe. (U.Boemke)

www.akkela-dienstbier.de

Die Ausstellungseröffnung wird am Samstag, den 25.06.2016, um 18:00 Uhr, im Wilke Atelier stattfinden.

Die Ausstellung ist vom 26. - 28.06.2016  von 15 - 18 Uhr geöffnet. Ein Besuch im Atelier ausserhalb der Öffnungszeiten, ist nach Vereinbarung unter 0471/414792 möglich.

 

 

März - April

Irmtraut Fliege, bildende Künstlerin, Bremen

In ihren neueren Arbeiten präsentiert die Künstlerin Irmtraut Fliege uns eine weitgehend ungegenständliche Bildsprache. Das mag auf den ersten Blick überraschen. Eine genauere Betrachtung ihrer künstlerischen Entwicklung in den letzten Jahren zeigt, dass das Abstrakte ihrer aktuellen Bilder durchaus eine konsequente Weiterentwicklung von bereits früher angelegten malerischen Elementen ist. In Flieges früheren Arbeiten begegnen wir menschlichen Wesen, eher Kunstfiguren, oft gesichtslos, durch Konturierung kenntlich gemacht. Die später folgenden Landschaftsbilder zeigen eine weitere malerische Reduzierung: Landschaftselemente mutieren zu gegeneinander gesetzten Farbflächen, die sich erst in der Imagination des Betrachters zu Landschaften verbinden. In der sich anschließenden Reihe von Stillleben nutzt Irmtraut Fliege Früchte als grafische Elemente, um eine abstrakte Bildwirklichkeit zu schaffen. Die Früchte selbst werden durch die Art der gewählten Farbigkeit und ihre Überlagerung durch ein grafisches Raster oft stark verfremdet. Abstraktion, Farb- Flächigkeit und Grafik – diese Triade kennzeichnet Irmtraut Flieges Weg von der figürlichen Darstellung hin zu einer ungegenständlichen Bildsprache in ihrer neuen Werkgruppe.

Frank Giesen, 2016

Die Ausstellungseröffnung wird am Samstag, den 23.04.2016, um 18:30 Uhr, im Wilke Atelier stattfinden.

Die Ausstellung ist vom 24. - 28.04.2016  von 15 - 18 Uhr geöffnet. Dienstag geschlossen. Ein Besuch im Atelier ausserhalb der Öffnungszeiten, ist nach Vereinbarung unter 0471/414792 möglich.

Abb. Irmtraut Fliege, Landschaft I, Mischtechnik auf Papier auf Holz gezogen, 56 x 76 cm, 2016

Januar - Februar 2016

Christina Völker, Malerin, Ottersberg

Erinnerung, das ist das eine große Thema in der Kunst von Christina Völker. Aus Alben, selbst gefertigten Fotografien oder Zeitungsbildern mit historischem oder aktuellem Inhalt destilliert sie die prägenden menschlichen Umrisse. Nicht um die Identität von Individuen geht es ihr dabei, sondern um den Typus eines Auftretens, um das Allgemeine einer Gestalt und Pose. Charakteristische Gesten hebt sie in den Silhouetten heraus, Gesten, die Zuwendung oder Abgrenzung signalisieren, Staunen oder Freude. Niemals sind Gesichtszüge erkennbar, die Leerstellen dienen als Projektionsflächen, auf die der Betrachter seine eigenen Erinnerungen und seine Lesart der Haltungen der Menschen werfen kann.

Eine Idylle ist inszeniert, die zugleich aufgebrochen und aufgewühlt wird durch die Heftigkeit der Farbhiebe, die die Bildstimmung in ihrem Grundakkord prägen.  

Das Wechselspiel von Figur und Hintergrund ist solchen Bildern spannungsvoll eingeschrieben als Korrespondenz zwischen gegenständlichen und abstrakten Bildanteilen. Dies ist ein weiteres zentrales Thema in Christina Völkers Schaffen: Figuration und Abstraktion bestimmen nicht nur verschiedene Werkgruppen, sondern durchdringen sich wechselseitig auch in einzelnen Bildern. Die Themen aus den abstrakten und figurativen Arbeitsfeldern rücken immer näher zusammen. Die Künstlerin richtet auch in den gegenständlichen Bildern ihre ganze Aufmerksamkeit auf die malerischen Zonen, arbeitet also abstrakte Felder und Details sorgfältig und ausdrucksstark durch. Sie collagiert und montiert Motive und malerische Momente aus unterschiedlichsten Kontexten zu einem spannungsvollen Ganzen.

Dr. Rainer Beßling 2014

Die Ausstellungseröffnung wird am Samstag, 27.02.2016 um 18:30 Uhr im Wilke Atelier stattfinden.

Die Ausstellung kann am darauffolgenden Sonntag, am 28.02.2016  von 13 - 17 Uhr besucht werden. Ein persönlicher Besuch im Atelier ist nach Vereinbarung unter 0471/414792 oder 0173/6257762 möglich.

www.christina-voelker.de

Abb.: Christina Völker  -Die Ankunft- Mischtechnik auf Leinwand 100 x 120 cm 2016

 

 

September - Oktober 2015

Sabine Schellhorn, Bremen, Zeichnung und Objekt

WASSERFLÄCHEN _ LANDSTREIFEN Für die Werkgruppe WASSERFLÄCHEN nehme ich den Blick des Satelliten aus dem All ein, eine Sicht von oben auf Landschafts-strukturen, mehr oder weniger herangezoomt. Mein Ausblick an der Küste, ein Blick auf Augenhöhe, in die Weite hin zum Horizont, wird Ausgangspunkt für die LANDSTREIFEN sein. Der Verlauf von Flüssen und deren Mündung war bereits Vorbild für meine Projektreihe DELTAS.

Der Aufenthalt im Wilke-Atelier inspiriert mich zu neuen grafischen Werken, ich arbeite gerne ortsbezogen und die Lage des Atelierhäuschens an der Mündung von Geeste und Weser, in greifbarer Nähe von Hafenbecken und Nordsee, bietet mir ausgiebig grafisches Rohmaterial für meine zumeist haptischen Zeichnungen.

„Das Prinzip des haptischen Zeichnens ist eine Arbeitsweise, die von Sabine Schellhorn bewusst immer wieder in ihren Arbeiten gewählt wird. So, wie durch das Pendeln zwischen den Polen der bildhauernden Zeichnerin und der zeichnenden Bildhauerin, überlässt die Künstlerin dem Betrachter die Entscheidung über die Definition der Form und der idealen Distanz. Muss ich herantreten oder in Entfernung sein? Wer sich dem Sinnbild nähern will, muss sich in Bewegung setzen und den Zwischenraum »kartographieren«. Sabine Schellhorn gelingt es in ihren Delta-Arbeiten, die kartographierte Welt durch eine interpretierbare Vorgehensweise anders lesbar zu machen und somit Form nicht zu vollenden, sondern zu öffnen.” Arne Lage, 2009, Auszüge Ausstellungstext „Deltas”, Nachtspeicher 23, Hamburg

Die Ausstellungseröffnung WASSERFLÄCHEN _ LANDSTREIFEN wird am Freitag, 30.10.2015, um 18:30 Uhr im Wilke Atelier stattfinden. Die Ausstellung kann am darauffolgenden Wochenende, am 31.10. und 1.11. jeweils von 13 - 17 Uhr besucht werden. Ein persönlicher Besuch im Atelier ist nach Vereinbarung unter 0471/414792 oder 0175/7153458 möglich.

www.sabschell-siegel.de

Abb.: Sabine Schellhorn vor „geestecut”, 2015, Teppichschnitt, 200 x 380 cm © VG Bild-Kunst, Bonn, 2015

Juli bis August 2015

Cornelia Busch, Hamburg, Malerei und Collage

Wiedersehen in Bremerhaven

Es ist keine weite Reise von Hamburg nach Bremerhaven, aber ein Vergnügen, wieder unterwegs zu sein, sich vom Gewohnten zu entfernen. Mit großer Vorfreude auf das Wilke Atelier und meiner vor mir liegenden Zeit begegne ich dieser Stadt.
Ankommen und schauen, auch hier vor Ort ein Stück „Heimat“ entdecken - da mir vieles durch einen Arbeitsaufenthalt im Jahr 2006 sehr vertraut ist.
Ein-Sich-Einlassen auf diesen Ort: ein Wiedersehen und zugleich ein Endecken von Neuem.  Architektonisch hat sich, besonders im Umkreis des Atelierhauses, einiges verändert. Ich bin gespannt auf diese Zeit.

„Eine Begegnung mit sich selbst ist das Ziel dieser Reisen. Verbunden mit der Aufgeschlossenheit für das Fremde, Unbekannte und Gemeinsame. Nicht zu vernachlässigen persönliche Grenzbereiche aufzusuchen, sie zu erkennen und daraus eigene künstlerische Umsetzungen zu entwickeln. Dies sind in unserem Fall Malereien und Collagen oder genauer gesagt Schichtungen.“

„Architektonische Bezüge sind in allen Schichtungen mehr oder weniger erkennbar.“

„Die Papiere und Folien werden von ihr nicht nur als übereinander oder nebeneinander geklebte Farbflächen genutzt, sondern auch in der Materialität bewusst eingesetzt. Transparentpapier lässt den Blick auf das „Darunterliegende“ zu, auch wenn es gleichzeitig wie ein „Grauschleier“ die Farbe des Untergrundes überlagert.“
         
Auszüge der Einführung zur Ausstellung „Einblicke - Ausblicke“ 2010
Anders Petersen, Hamburg

Die Vernissage findet am 27.08.2015 um 18.30 Uhr im Wilke Atelier statt.
Die entstandenen Arbeiten zeigt die Künstlerin während einer Ausstellung im Wilke Atelier vom 28. bis 29. August 2015 in der Zeit von 14-19 Uhr.
Ein persönlicher Besuch im Atelier ist nach Vereinbarung unter 0471/414792 möglich.

 

 

Mai - Juni 2015

Renate Hoffmann, Bremen, Malerei, Zeichnung und Linolschnitt

Der Hafen hat schon immer eine besondere Anziehungskraft auf mich ausgeübt. Schon während meiner Studienzeit habe ich viel im Hafen in Bremen gemalt und gezeichnet. Die Struktur dieser Umgebung wiederzugeben interessiert mich.

In meinen Arbeiten thematisiere ich meine Umwelt, dass was mich umgibt.
Transparente Übermalungen lassen die Sicht frei auf darunterliegende Schichten, diese treten nach vorne, Vordergründiges tritt zurück.

Manches erscheint vertraut und bekannt, aber trotzdem weiß man nicht genau worum es sich handelt, lässt Spielraum für eigene Assoziationen.

Nicht das visuell vertraute, sondern eine vom konkreten Körper abgeleitete Raumerfahrung soll auf der Bildoberfläche erscheinen.

Renate Hoffmann, Mai 2015

 

Die Ausstellung "Schöne Aussicht" wird am 25.06.2015, um 18.30 Uhr im Wilke Atelier eröffnet. Geöffnet ist die Ausstellung danach täglich bis zum 28.06.2015, von 15 - 18 Uhr, oder nach Vereinbarung unter 0471/414792.

März – April 2015

Annemarie Strümpfler, Bremen. Malerei. Zeichnung. Fotografie mit der Lochkamera.

Wahrnehmung, räumliche Phänomene, das Verhältnis von Mensch und Raum sind die Themen meiner Arbeit.
Das Wilke – Atelier in seiner besonderen Lage nach Süd-Osten hin ausgerichtet wird zur begehbaren Lochkamera, zum Labor und zur Dunkelkammer gleichzeitig.
Durch die kleine Öffnung im Fenster des abgedunkelten Raumes fällt Licht und projiziert an sonnigen Tagen die Umgebung in den Raum, an die Wände. Autos fahren, Menschen gehen vorbei, die man im Inneren des Ateliers – spiegelverkehrt – beobachten kann, gleich einem Film. Eine neue Wirklichkeit im Zusammenspiel mit dem Rauminnern entsteht und verändert das Raumempfinden. Markante Ausschnitte werden dann direkt von der Wand auf Fotopapier belichtet und entwickelt. Ebenso gezeichnet.
An grauen Tagen dient das Wilke-Atelier als Labor für  fotografisch-malerische Experimente.

Mit einer kleinen selbst gebauten Lochkamera und ‚auf der Suche nach Me(e)hr’ entsteht zudem täglich ein Foto von Orten in der ‚Hafenrandzone’, wo sich –zufällig oder gezielt – ein Kontakt ergibt zu Beschäftigten. Die Vielfalt ihrer Aussagen in Bezug auf das Verhältnis von Mensch-Hafen-Meer
werden dokumentiert.

Beide Herangehensweisen haben das Ziel‚ das Außen nach innen, das Innen nach außen’ zu tragen.

Vom 17.04.-19.04.2015, von 14 bis 17 Uhr, ist die begehbare Kamera im Wilke-Atelier ‚live’ zu erleben.

Die Ausstellungseröffnung zur begehbaren Kamera wird am 26.04.2015, um 11 Uhr im Wilke Atelier stattfinden. Die Ausstellung kann danach noch vom 27. - 28.04.2015, von 14 - 18 Uhr besucht werden.

Januar - Februar 2015

Jürgen O. Olbrich, Kassel, Projekt- und Konzeptkünstler 

Der Kasseler Projekt- und Konzeptkünstler Jürgen O. Olbrich (*1955, alles weitere ergab sich, z.B. documenta 8/1986) nutzt seinen Arbeitsaufenthalt im Wilke-Atelier um Besucher anlässlich seines 60 jährigen Geburtstags in diesem Jahr zu einer persönlichen Retrospektive einzuladen.
 
Dazu hat er mehrere Projekte aus seiner 40 jährigen künstlerischen Tätigkeit ausgewählt.
Von diesen können die Besucher jedoch nach einen Zufallsprinzip nur eines sehen und mit dem Künstler gemeinsam diskutieren.
Täglich können sich bis zu 5 Besucher telefonisch im Wilke-Atelier zu einem Besuch anmelden (Tel. 0471/414792).
 
Gleichzeitig arbeitet Jürgen O. Olbrich an einigen seiner Langzeit-Projekte (Paper Police, Postcard Corrections, I am a secret sender etc.) in Bremerhaven in Atelier und im Stadtraum.

Am Freitag, dem 27.Februar 2015, um 18 Uhr 30 zeigt das Wilke Atelier die entstandenen Arbeiten unter dem Titel "Kopffähren und andere Anlegemanöver" im Rahmen einer Vernissage zu der jeder herzlich eingeladen ist. Die Ausstellung ist dann noch am 28.02.2015, von 12 - 18 Uhr zu sehen. Weitere Besuche nur nach Vereinbarung unter 0471/414792.

 

 

November - Dezember 2014

Jannes Buchweitz, Upgant-Schott, Musiker, Maler, Bildhauer 

Der Musiker, Maler und Bildhauer Jannes Buchweitz(geb. am 21.03.1944) arbeitet seit Mitte November im Wilke-Atelier an Malerei und Zeichnungen.

"In meinem noch nicht ganz vollendeten 70. Lebensjahr stürze ich mich in das Abenteuer Bremerhaven. Das kleine Häuschen am alten Vorhafen hat es mir angetan. Ich würde es gern mitnehmen, denn es tut gut, so eine warme Stätte zu haben, grade wenn man ein rastloser Geist ist, der wie ich ständig auf der Wanderschaft ist", sagt er über seinen Aufenthalt als Gastkünstler im Wilke-Atelier. Weniger leicht anfreunden kann er sich mit den neuen Havenwelten. "Der Gigantismus an der ewig langen Promenade muss erst einmal verarbeitet werden". Dabei helfen dem studierten Sänger und Cellisten die Musik und das "wunderbare Stadttheater", das er schon vor dreißig  Jahren genießen durfte.

Bei seinem Aufenthalt im Atelier konzentriert er sich auf Malerei und Zeichnungen. Die Zeichnungen von Gebäuden, Stadtlandschaften oder Schiffsszenen scheinen realistisch, enthalten aber immer surreale Elemente  oder biografische Zitate, mit denen der Künstler sein Motiv kommentiert.

In seiner expressiven Malerei in Mischtechniken mit Eitempera und Öl lässt Buchweitz sich stilistisch nicht festlegen. Wichtig ist ihm aber, dass er verstanden werden will. Motivisch geht es um Stadtlandschaften oder Genreszenen, etwa  aus den Bereichen Musik oder Schauspiel, in denen Dialogsituationen von Menschen im Mittelpunkt stehen: Die einsame Figur mit ihrem Schatten, der Geiger mit dem Publikum, Mutter mit Kind etc. Wie seine Figuren sieht sich Buchweitz immer noch als Suchender, für den Kommunikation ein dauernder Kampf des Menschen gegen die Einsamkeit ist.

Die Vernissage findet am Sonntag, den 11.01.2015 um 11 Uhr im Wilke Atelier statt.

Die entstandenen Arbeiten zeigt der Künstler während einer Ausstellung im Wilke Atelier vom 12.-13.01.15 in der Zeit von 15 - 18 Uhr allen kunstinteressierten Besuchern. Ein persönlicher Besuch im Atelier ist nach Vereinbarung unter 0471/414792 möglich.

 

 

September - Oktober 2014

Ellen Mäder-Gutz, Berlin und Vechta, Malerin und Bildhauerin

Ellen Mäder-Gutz ist eine Künstlerin, die mit großer Neugierde und souveränem Können vorhandene Bilder neu erfindet und gleichzeitig unbekannte Bildweiten entdeckt. Wenn man ihre Arbeiten betrachtet, fällt sofort auf, dass es immer um das Sehen und Entdecken geht.

Verschiedene Komponenten wie die erfundene, nicht abbildende, die zugleich raumdefinierende und die Wand “schmückende” Präsentation, das Dialogische und das Nicht-Wiederkehrende des immer Gleichen als Ausdruck eines erotisch vieldeutigen Beziehungsgefüges verschaffen dem Werk eine aktuelle künstlerische Brisanz. Im Vordergrund steht eine Idee, ein überstrapaziertes Motiv neu wahrnehmbar zu machen – auf einer gedanklich wie auf einer sinnlichen Darstellungsebene. Die Kunstgeschichte schwingt immer mit, aber sie wird nicht zitiert, sondern fortgesponnen.

Wie einer der wichtigsten Künstler dieses Jahrhunderts, Henry Matisse, verwendet Ellen Mäder-Gutz besonders gerne Motive, die sie in ihrem Atelier, einschließlich der eigenen Kunstwerke, und in ihrer häuslichen Umgebung findet. Durch extreme Nahaufnahmen gewinnt sie den Pflanzen und Blüten in ihrem Garten spontane und ungewohnte Perspektiven ab. Alles ist Versuch und Experiment, die methodisch dem Versuch folgen, das Große im Kleinen zu entdecken.

Die Kunst von Ellen Mäder-Gutz besitzt keine spekulativen Elemente, die auch nach dem Ende der sog. Postmoderne noch immer in der aktuellen Kunstszene zu finden sind. Vielleicht könnte man diese Kunst mit dem Romantitel “Sinn und Sinnlichkeit” der englischen Künstlerkollegin Jane Austen überschreiben, selbst wenn dieser Titel nur einen Teil der künstlerischen Persönlichkeit von Ellen Mäder-Gutz zum Ausdruck bringt.

Auszüge aus dem Katalogtext zur Ausstellung „bei Bopp“ 1999
Hans-Joachim Manske
Kunsthistoriker und Kurator, Bremen

Die Vernissage findet am 24.10.2014 um 18 Uhr 30 im Wilke Atelier statt.

Die entstandenen Arbeiten zeigt die Künstlerin während einer Ausstellung im Wilke Atelier vom 25.-26.10.14 in der Zeit von 15 - 18 Uhr allen kunstinteressierten Besuchern. Ein persönlicher Besuch im Atelier ist nach Vereinbarung unter 0471/414792 möglich.

Juli-August 2014

Janetta  Napp, Honolulu, Hawaii, USA, Malerin und Zeichnerin

Als Sommerstipendiatin des „Wilke Atelier“ freue ich mich besonders, nah am Wasser zu sein. Ähnlichkeiten und Differenzen entdecke und spüre ich auf. Ich habe das Glück, ein Fahrrad benutzen zu dürfen. Entlang des Deiches suche ich nach den nicht vorhandenen Wellen der Brandung und vergleiche die Farben des Wassers mit denen des Pazifiks. Hier gibt es schöne dunkle Steine statt Bruchstücken von Korallen. Ich sammle, egal wo ich bin. Der Himmel in Bremerhaven scheint ferner zu sein. Es gibt Seemöwen.
Linien, schwarze Linien, Intervalle, Wiederholungen und selbstverständlich auch alles Wechselhafte sind die Dinge, die mich beschäftigen. Ich interessiere mich für organische Formen, den Menschen mit inbegriffen und empfinde das Letztere als eine Figur mittendrin, statt einen Gegensatz zur Natur. Ich habe jahrelang in Deutschland gelebt und schon in dieser Stadt ausgestellt, aber das Zuhause ist jetzt wieder Hawaii, die subtropischen Inseln. Der Wind in Bremerhaven ist viel stärker und statt bereitliegender Cocos-Nuss-Sonnen-Creme bringt er unverständliche menschliche Stimmen von weit entfernten Fährschiffen hervor. Hier enden die Tage viel später, aber mein ewiges Scannen des Horizonts ist genau das Gleiche.

Die Vernissage findet am 22.08.2014 um 18 Uhr 30 im Wilke Atelier statt.

Die entstandenen Arbeiten zeigt die Künstlerin während einer Ausstellung im Wilke Atelier vom 23.-24.08.14 in der Zeit von 15 - 18 Uhr allen kunstinteressierten Besuchern. Ein persönlicher Besuch im Atelier ist nach Vereinbarung unter 0471/414792 möglich.

Mai - Juni 2014

Dr. Martin Velisek, Prag, Tschechische Republik, Maler

Der tschechische Künstler Dr. Martin Velisek hat an der Akademie der Bildenden Künste in Prag studiert und promoviert. Er war Meisterschüler in Malerei mit dem Schwerpunkt Konzeptkunst.
Die Arbeiten Velisek’s wirken auf den ersten Blick witzig und scheinen eine Geschichte zu erzählen, doch obwohl er mit den Mitteln des Realismus arbeitet, ist das Endergebnis  immer eher eine Fiktion.
Martin Velisek’s Lieblingskünstler, der Maler Paul Klee hat einmal gesagt: „Es ist nicht die Aufgabe des Künstlers die Realität zu wiederholen, aber eine neue zu schaffen.“ Dem stimmt er von ganzem Herzen zu.
In den Arbeiten, die Martin Velisek im Wilke Atelier anfertigt, werden Tiere und deren Geschichte im Vordergrund stehen.

Die Finissage findet am 27.06.2014 um 18 Uhr 30 im Wilke Atelier statt.

Die entstandenen Arbeiten zeigt der Künstler während einer Ausstellung im Wilke Atelier vom 24.-26.06.14 in der Zeit von 15 - 18 Uhr allen kunstinteressierten Besuchern. Ein persönlicher Besuch im Atelier ist nach Vereinbarung unter 0471/414792 möglich.

März - April 2014

Edith Pundt, Bremen

Das Stipendium endet mit der Ausstellung. . . auf Zeit im Wilke Atelier.                                                                                                                                       Mein Thema wurde das Haus - die Fenster, das Licht. Es ist eine Hommage an den Künstler Paul Ernst Wilke, der dieses Haus baute, an den Verein, der das Haus bewahrt und pflegt und Künstlern auf Zeit zur Verfügung stellt.
Mit der Kamera habe ich die Zeit eingefangen und ein paar Momente materialisiert.
                                                                                                                                               Edith Pundt


Stille und Bewegung, Wandel und Gleichmaß, Wiederholung und Differenz finden sich in vielen Video- und Fotoarbeiten als zentrale Themen wieder.
Zeichnen, schreiben, fotografieren und filmen gestalten und thematisieren sich wechselseitig.
Auch im Zugriff auf die Poesie scheint der dominierende Reiz des Realen im Gesamtwerk durch. Kunst bleibt immer rückgebunden an den Alltag, im künstlerischen Kontext stellt sich dieser umso wirklicher weil sinnlich fassbarer dar, als Wechselspiel von Aufscheinen und Verschwinden, als Korrespondenz von Hülle und Kern, von Oberfläche und Substanz.
In aller gedanklichen Durchdringung ihrer Themen erhält Edith Pundt Witz und (Selbst-) Ironie als überraschendes und erhellendes Moment. In der Arbeit gegen den Ernst einer bloß begrifflichen Verständigung intensiviert sie Wahrnehmung und Gestaltung.
                                                                                                                                             Rainer Beßling

 

Die Vernissage findet am 27.04.2014 um 11Uhr im Wilke Atelier statt. Die Ausstellung ist danach täglich von 15 - 18 Uhr geöffnet, oder nach Vereinbarung unter 0471/414792. Letzter Tag ist der 30.04.2014. Die Künstlerin wird anwesend sein.

Januar - Februar 2014

Sabine Wewer, Stuhr bei Bremen, Malerin und Filmkünstlerin

„Royal Shine King |DEUTSCHE BUCHT|"

Statement

In meinen gemalten Bildern beschreibe ich eine Atmosphäre des Übergangs zwischen Wachen und Schlafen. Ein Zustand von Fliegen und Schweben, etwas zwischen traumartiger Stille und ewiger Reise.

In meinen aktuellen Filmarbeiten schneide ich Episoden des Alltagslebens gegen Modellbau-Szenen.

In den Videos Insomnia und Cabdriver entwickele ich eine selbstgebaute, bemalte und sich verändernde Stadt im Gegenschnitt zu Puppenhausräumen und dann wieder realen Raum- und Stadtszenen.

Auch hier scheint das Sujet des Nächtlichen, des Reisens, der vorbeifliegenden Landschaft auf, wie in einem Kaleidoskop, Welt auf einer Scheibe - oder Welt am Draht - in einer zu erahnenden monumentalen Aussage über ein neues Wissensfeld von Zeit und Geschwindigkeit.

Sabine Wewer, 2013

 

Am 28.Februar 2014, um 18.30 Uhr stellt die Künstlern ihre Arbeiten im Wilke Atelier der Öffentlichkeit vor. Einführende Worte spricht Ele Hermel, Galeristin aus Bremen. Die Ausstellung kann dann noch bis zum 02.03.2014, von 16-19 Uhr besucht werden, oder nach Vereinbarung unter 0471/414792.

 

 

November - Dezember 2013

Ullrich Wannhoff, Berlin, Maler, Illustrator und Fotograf

„Der Wind treibt die Gespräche in seine Richtung“

 

Die Natur in ihrer Komplexität ist kaum fassbar. Nur scheibchenweise versuchen wir die Dinge zu hinterfragen, ohne sie wirklich zu verstehen und eine Art religiöses Empfinden bleibt zurück…

So schrieb ich in eines der Tagebücher von 1993 auf der Beringinsel:

"Der Wind

Er spricht hölzern, dann mal blechern, heult und pfeift

aber ich versteh ihn nicht

Der Polarfuchs antwortet mit Gekläff, jault und schluchzt

aber ich versteh ihn nicht

Im Windschatten stehen die Rentiere gelassen und stumm

aber ich versteh ihn nicht

Lautes Gekreisch und anschwellender Lärm der Möwen gegen den Wind

aber ich versteh ihn nicht

Schneeflocken wirbeln und der Wind treibt sie endlos

aber ich versteh ihn nicht

Der Wind peitscht mir ins Gesicht kalt und naß

aber ich versteh ihn nicht

Ich fühle, ich höre ihn, aber verstehen…?"

Meine Bilder zeigen Dialoge mit dem Wind, Mensch und Natur reiben sich, schaffen Energiefelder, die in den malerischen Collagen (aus Zeitungspapier) zum Ausdruck kommen. Geflügelte Wintergäste aus Skandinavien und dem europäischen Russland (siehe Luneplate) sind Motive, deren Wolkengespräche der Wind in seine Richtung zieht. Die Zeitung auch „ZeitDung“ hinterlässt ein Rauschen, das uns alltäglich umgibt, und die eine Information löscht die Andere aus. In der expressiven Malweise bleibt ein Gefühl zurück, das sich der Betrachter selbst erschließen soll.

 

Am 13. Dezember 2013, um 18.30 Uhr eröffnet der Künstler seine Ausstellung mit Bildern zum Thema "Der Wind treibt die Wolkengespräche in seine Richtung". Die Arbeiten können danach bis zum 18. Dezember 2013 von 15 - 18 Uhr täglich gesehen werden. Ausserhalb der Öffnungszeiten ist eine individuelle Terminvereinbarung unter 0471/414792 möglich.

Am 14. Dezember 2013, um 17 Uhr wird ein Vortrag unter dem Thema "Zwei Fliessgeschwindigkeiten - Fluss und Lava in Kamschatka" im Wilke Atelier zu hören sein. Der Vortrag wird von einem Film visuell untermalt.

     September - Oktober 2013

Elvira Lantenhammer, Triefenstein

"Lageplan Hafen" (Abstrakte Bilder in Acryl, Eitempera/Pigment auf Leinwand)

LAGEPLÄNE

In ihren Lageplänen verarbeitet Elvira Lantenhammer Ausschnitte von Landkarten und Stadtplänen zu - zum Teil großformatigen - malerischen Tableaus.

Über ein intensives Studium topografischer Kartenwerke, historischer und zeitgenössischer, gelangt die Künstlerin zur formalen Grundstruktur, zur Essenz des Ortes. Den intuitiv gefundenen Grund-Farbklang des Ortes - sozusagen die Ausstrahlung, die Atmosphäre - malt sie in überlagerten Farbschichten, verdichtet ihn zu großflächigen Farbkompositionen als Thema mit Variationen.

Hauptorientierungspunkte für den Betrachter in Elvira Lantenhammers abstrakten Bildern in Acryl auf Leinwand oder Eitempera/Pigment auf Leinwand sind die dominanten Farben. Lagepläne zu konkreten Städten sind z.B. München, Venedig, Rom, „Lageplan Künstleratelier“, „Lageplan Central Park Manhattan“.; Lagepläne zu fiktiven Städten und Orten, u. a. „Lagepläne Apokalypse“; „Lageplan Platz des Himmlischen Friedens“, „Lageplan Suche nach dem Schatten“

Im Paul-Ernst-Wilke-Atelier arbeitet die Künstlerin am "Lageplan Bremerhaven".

Die Vernissage findet am 25.10.2013, um 18 Uhr 30 im Wilke Atelier statt. Die Ausstellung ist danach täglich von 15 - 18 Uhr geöffnet, oder nach Vereinbarung unter 0471/414792. Letzter Tag ist der 30.10.2013. Die Künstlerin wird anwesend sein.

Juli - August 2013

Helmut Rieländer, Bremen

"Stadt Land Fluss"  (Acryl auf Leinwand, Skizzen, Zeichnungen und Fotos)

In der Zeit vom 1. Juli bis zum 25. August setzt sich der Bremer Maler und Zeichner Helmut Rieländer im Wilke-Atelier am Alten Vorhafen mittels unterschiedlicher künstlerischer Medien mit der Atmosphäre des Hafens und der Stadt am Rande der Hafenwelten auseinander.

Bisher folgte er einer Bestandsaufnahme des Gesehenen, der atmosphärischen Situation von STADT und FLUSS, von Aktion und Ruhe, von betriebsamer Technik und beschaulicher Wasser- und Farbeindrücke: Momentaufnahmen mit Fineliner, Bleistift, unterschiedlichen Farben und der Fotokamera.
 
Die gesammelten Eindrücke bieten nicht nur eine Stoffsammlung für eine weitere Erarbeitung im Atelier, sondern sind schon eigene Arbeiten und abgeschlossene Zyklen, die einen lebendigen Eindruck des Gesehenen vermitteln.


Die Zeichnungen und Skizzen, Blicke vom Radarturm, der ‚Dubai-Imitation’, wie es ein Bremerhavener Bürger ausdrückte und 60-Sekundenskizzen auf Hafenrundfahrten bieten charakteristische Eindrücke der von ihm vorgefundenen STADT-LAND-FLUSS-(HAFEN-)LANDSCHAFTEN.

Beim schnellen Skizzieren und Zeichnen werden Strukturen der Hafenbecken, Hafenanlagen und technische Bauten, der Straßenzüge, Formen von Häusern, Kaianlagen und Speicherschuppen, Verlauf von Verkehrsachsen auf wesentliche grafische Strukturen reduziert.

Bei diesem ertastenden Zeichnen - beim ‚Machen’ – wird deutlich, wie geometrische Formen sich ineinander verschachteln, Bezüge eingehen und, bei wiederkehrenden Formen, wie Kränen, Brücken im Containerhafen, rhythmische Spuren auf dem Papier hinterlassen. In diese Skizzen und Zeichnungen fließen die Betriebsamkeit des Hafens, der Straßen und des Flusses und der Bewegungen in Form-, Farb- und Zeichenstruktur mit ein. Wieder erkennbare Landmarken bieten Orientierungen und ggf. Identifikation mit Bekanntem.

So finden auch Gebäude und Ensemble der neu gestalteten „Wasserkante“ – den drei Wohnmaschinen des Columbus-Centers vorgeschoben – Eingang in die Arbeiten Rieländers.
Ob diese neuen Nuancen passend, untereinander harmonisch, sich ergänzend oder gar widerstrebend gestaltet sind, sei dahingestellt. Sie setzten neue Akzente: bilden sie eine Ergänzung?!


Der Maler und Zeichner hat sich vor über fünf Jahren bereits kritisch mit der Bremer Bahnhofsvorstadt und dem namenlosen Bahnhofsvorplatz künstlerisch auseinandergesetzt. Wir können gespannt sein, wie die Erarbeitung der Bremerhavener Stadtlandschaft ausfällt!

Die bisher entstandenen Arbeiten können im Wilke Atelier bis zum 25. August und an den Wochenenden 10./11. und 17./18. August in der Zeit von 11:00 bis 18:00 in Augenschein genommen werden.


Am Freitag, den 23.August findet dann um 18:30 die Vernissage statt. Die Einführungsrede hält Godehard Pollakowski aus Bremerhaven.


Auch am Sa.24.08. und So.25.08. werden die Arbeiten in der Zeit von 11:00 bis 18:00 am Alten Vorhafen im Wilke-Atelier noch gezeigt.

Der Künstler wird in diesen Zeiten immer anwesend sein. Sondertermine unter 0471/414792 oder 0177/1735633.

Die Ausstellung ist von Mo.-Fr. geschlossen.

 

 

Mai - Juni 2013

Ulla Andersson, Dresden

"Hafenstadt" (Arbeiten auf Papier)

Mai - Juni 2013

Lange Nacht der Kultur 2013 unter dem Motto "kurz davor!"

Am 08.06. von 18 bis 24 Uhr findet im Skulpturengarten und auf Straße vor dem Wilke-Atelier unser Beitrag zur Langen Nacht der Kultur statt.
Regionale und überregionale Künstler stellen ihre Arbeiten zum Thema "kurz davor" einem großen Publikum vor. Gleichzeitig kann man auch Arbeiten der Dresdner Malerin Ulla Anderson sehen, die zu diesem Zeitpunkt als Gastkünstlerin im Wilke Atelier lebt. Auch für das leibliche Wohl unserer Besucher ist gesorgt. An gemütlichen Tischen, nebst Bänken, kann man sich bei Quark- und Schmalzbroten und Getränken erholen und mit den Künstlern in Dialog treten.

Die Bildrechte an den unten gezeigten Fotografien liegen bei den Fotografen. Nutzung durch Dritte nur nach vorheriger Genehmigung durch die Rechteinhaber.

 

März - April 2013

Thomas Behling, Berlin

"BILDERMASCHINE" (Bildobjekte)


Thomas Behling studierte an der FH Ottersberg und an der HfK Bremen, wo er 2006 als Meisterschüler von Yuji Takeoka abschloss.

Auf der Ausstellung "Bildermaschine" war eine spannende Auswahl seiner Bildobjekte zu sehen sein.

Zur Eröffnung am 21. April 2013 um 11 Uhr führte der überregional bekannte Kulturjournalist Dr. Rainer Beßling aus Syke in die Ausstellung ein.

In seinen Bildobjekten führt Behling den Betrachter am Anfang auf die falsche Fährte. Der Betrachter hat zunächst den Eindruck er begne alten Fotos, Bilderrahmen oder Devotionalien. Bei näherem Hinsehen entpuppen sie sich als raffiniert konstruierte Bilder, Rahmen oder altarähnliche Möbelstücke, die uns durch ein Element der Brechung irritieren. So scheint das Grauen im Kitsch oder altdeutscher Gemütlichkeit auf.

Januar - Februar 2013

Debora Kim, Braunschweig

"Nähe und Ferne" (Objekte und Fotografien)

„Konkrete Kunst aus Fäden“ 

Auf den ersten Blick kennzeichnet Farbe die Arbeiten der in Korea geborenen Künstlerin Debora Kim, die an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig studiert hat und Meisterschülerin von Prof. Klaus Stümpel war. Geradlinige, fast streng wirkende Strukturen bestimmen den ersten Eindruck. Aufgebrochen wird das Ganze durch leuchtende, strahlende Farben, die einen fast heiteren Eindruck beim Betrachter erzeugen. Als Kontrast schafft Debora Kim auch weiß oder erzeugt Strukturen. Diese monochrom wirkenden Werke strahlen Ruhe und Geschlossenheit aus, die sich unweigerlich auf den Betrachter überträgt.

Debora Kim arbeitet mit den Mitteln der konkreten Kunst. Die Arbeiten entstammen dem unmittelbaren Umgang mit Linie, Farbe, Fläche, Volumen und Raum. Im Sinne der konkreten Kunst materialisiert sich in ihnen Geistiges, dass keinerlei symbolische Bedeutung besitzt. Schon 1947 schreibt Max Bill: „Das Ziel der konkreten Kunst ist es, Gegenstände für den geistigen Gebrauch zu entwickeln, ähnlich wie der Mensch sich Gegenstände schafft für den materiellen Gebrauch . (…) konkrete Kunst ist in ihrer letzten Konsequenz der reine Ausdruck von harmonischem Maß und Gesetz. Sie ordnet Systeme und gibt mit künstlerischen Mitteln diesen Ordnungen das Leben.“ Die konkrete Kunst konzentriert sich auf das Zusammenspiel von Form und Farbe, ihr Interesse gilt der Erforschung der Farbe und der reinen Geistigkeit in der Kunst. Ganz in diesem Sinne setzte Debora Kim sich viele Jahre malerisch bzw. zeichnerisch mit dem Thema Raum auseinander. Mitte der 1990er Jahre war sie auf der Suche dem Raum größere tiefenräumliche Illusion zu verleihen, was mit dem zweidimensionalen Bildträger und malerischen Mitteln nicht mehr möglich war. Sie entdeckte die dreidimensionale Wirkung des Werkstoffs Baumwollgarn, der ihr ein Übergreifen in den Raum jenseits der Leinwand alleine durch das Zusammenspiel verschiedenfarbiger Garne ermöglichte. Besonders anschaulich wird es in ihren monochrome Arbeiten. Die minimale Hinterlegung einfarbiger Garne durch eine zweite Farbe steigert die chromatische Qualität der Arbeiten und erschafft eine ganz eigene Form der Räumlichkeit. Debora Kim umwickelt auch die Ränder der Leinwand, so dass aus dem flachen Bild ein Raumkörper entsteht. Dadurch wird auch die traditionelle Funktion der Leinwand als Bildträger in Frage gestellt. Im Gegensatz zur ursprünglichen Gebrauchsfunktion des Baumwollgarns erhält das Material durch Debora Kim eine sinnliche, faszinierende Komponente. Nur bei genauem Hinschauen erkennt man die einzelnen Fäden, wobei die handwerkliche Perfektion der Arbeiten sowie die fast meditative Ausdauer Debora Kims beim Wickeln und Erstellen der Arbeiten die Voraussetzungen schaffen, um die reine Geistigkeit, die letztendlich diese Arbeiten charakterisieren, auch stofflich und kontemplativ in Erscheinung zu bringen.

Vernissage: 03.03.2013, 11 Uhr. In die Ausstellung führte ein Maren Meier M.A. vom Kunstverein Bremerhaven.