Der Verein

Zweck des Vereins ist die Förderung der Kunst und der Künstler, vor allem durch die Erhaltung und Pflege des Ateliers von Paul Ernst Wilke, das von vielen Malern, Bildhauern, Kunsthandwerkern, Fotografen, Schriftstellern und Musikern genutzt werden soll.
Zur Vereinstätigkeit gehören neben der Betreuung des Wilke-Ateliers die Erstellung von Kunst- und Künstlerdokumentationen in Text und Bild, die Durchführung von Ausstellungen und Veranstaltungen mit Ateliergästen und regionalen Künstlerinnen und Künstlern sowie die Organisation von Fahrten zu auswärtigen Kunstausstellungen.

Der Verein hat 250 Mitglieder, ist als gemeinnützig anerkannt und finanziert seine Arbeit ausschließlich durch Mitgliedsbeiträge und Spenden.

Wenn Sie unsere Arbeit anerkennen und erhalten möchten, dann unterstützen Sie uns bitte mit Ihrem Beitritt oder Ihrer Spende!


Der Vorstand

Daniela Kramer (1. Vorsitzende)
Frauke von Oesen (2. Vorsitzende)
Liebhild Grotrian-Pahl (Geschäftsführerin)
Jens Kuhirt (Kassenwart)
Irma Deharde (Schriftführerin)
Jürgen Grube (Beirat)
Hans Müller ( Beirat)
Wilhelm Naß (Beirat)
Prof. Dr. Joachim Werther (Beirat)


Über das Wilke-Atelier

Am einstigen Vorhafen zum Alten Hafen, zwischen Lotsenhaus und Radarturm liegt das ehemalige Atelier des wohl bekanntesten Bremerhavener Marine- und Landschaftsmalers Paul Ernst Wilke. Wilke baute das Holzhäuschen 1947, als er bereits in Worpswede lebte, und kam regelmäßig zum Malen hierher. Nach dem Tod des Künstlers vermietete seine Frau das Haus.

Als 1984 der Abriss des Hauses drohte, gründete sich der „Freundeskreis Paul Ernst Wilke e.V.“ Durch eine umfassende und funktionsgerechte Modernisierung mit Hilfe vieler privater und öffentlicher Sponsoren ist es ihm gelungen, das einstige Künstlerdomizil wieder seinem ursprünglichen Zweck zuzuführen. 

Eingeweiht wurde das restaurierte Atelier im Juli 1986 mit einer Gedächtnisausstellung für Paul Ernst Wilke. Der ehemalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker zählte zu seinen ersten Besuchern. Künstler aus aller Welt nutzen das Künstlerdomizil für Arbeitsaufenthalte in der Seestadt. Es sind vor allem Maler, Bildhauer und Fotografen. Aber auch Musiker und Schriftsteller können sich für Aufenthalte bewerben. Am Ende ihres Aufenthalts präsentieren die Gastkünstler/innen ihre Arbeiten dem Publikum.

Das Gebäude, in blau und weiß gehalten, ist auch heute noch ein kleines Schmuckstück, weil es immer wieder runderneuert wird. Zum lichten Atelierraum im Erdgeschoss gehören eine kleine Küche und ein Bad. Unter dem Dach ist ein Schlafraum mit zwei Betten, der einen Blick auf den alten Vorhafen, die Geestemündung und die Weser bietet.

Im Jahr 2010 wurden die Wände des Atelier neu gedämmt. Der Garten wurde umgestaltet und mit Werken von Atelierkünstlern ausgestattet. Renoviert sind auch Küche und Bad. Inzwischen steht dieses Kleinod unter Denkmalschutz und damit ist sein Fortbestand als Künstlerdomizil gesichert.

Das Wilke-Atelier ist heute eine feste Größe für das Bremerhavener Publikum. Unter Künstlern hat sich der gute Ruf des Ateliers am Alten Vorhafen weit verbreitet. Das Atelier ist auf Jahre im Voraus belegt. Die besondere Atmosphäre einer Hafenstadt und die einzigartige Lage beeinflussen die meisten Ateliergäste nachhaltig.


Paul Ernst Wilke

Der Maler und Zeichner Paul Ernst Wilke (1894 – 1971) lebte in Bremerhaven und Worpswede. Über 4 Jahrzehnte war er einer der Lieblinge des Bremerhavener Kunstpublikums.

Unbeirrt von den Strömungen zeitgenössischer Kunst hielt der spätimpressionistisch inspirierte Wilke an gegenständlicher Malerei fest. Ihn interessierten vor allem Landschaften, Häfen und städtische Bauwerke.

So wurde er auch ein malender Chronist Bremerhavens, dem wir heitere Straßenszenen aus der Zeit vor dem 2. Weltkrieg ebenso verdanken wie erschütternde Dokumente der Zerstörung nach dem Bombenhagel oder unzählige Hafenstücke. Zu seiner Vita gehört auch seine erste Ehe mit der Bremerhavenerin Lise-Lotte Bunnenberg, die später als Lale Andersen mit dem Lied von der „Lili Marleen“ weltberühmt wurde. Aus dieser Ehe gingen drei Kinder hervor.

Was neben seinem Atelier von Paul Ernst Wilke bleibt, sind die vielen lebendigen Erinnerungen an den sympathischen, attraktiven Bonvivant mit dem „Blick wie Gary Cooper, immer ein wenig gegen die Sonne“
(H. Freudenberger, Nordsee-Zeitung). Er war anderen Malern ein neidloser Kollege und für unzählige Freunde und Freundinnen ein Vorbild bohemehafter Lebenskunst.